bauhaus
imaginista
Ankündigung und Programm

Interdisziplinäres Symposium 'bauhaus imaginista: Corresponding With' in Tokyo

Seikatsu kōsei exhibition (Life Construction exhibition)
at Bunka Gakuin (Bunka Vocational College) in June 1931,
published in: Kenchiku Gaho, Vol. 22, No. 10.

Das internationale und interdisziplinäre Symposium ist ausgelegt, Ideen, die in der Ausstellung bauhaus imaginista: Corresponding With im The National Museum of Modern Art Kyoto angestoßen werden, zu erforschen. Das experimentelle Format wird ein kuratiertes Arrangement von kurzen Präsentationen, Diskussionen und künstlerischen Interventionen/Screenings und Performances vorstellen.

Zielsetzung der Ausstellung bauhaus imaginista: Corresponding With ist es, einen Dialog über zwei parallele und doch ganz unterschiedliche Bezugnahmen auf die Bauhauspädagogik in Indien und Japan aufzubauen, genauer über die Kunsthochschule Kala Bhavan im indischen Shantiniketan zwischen 1919 und 1939 sowie die experimentalpädagogische Werkstätte des Research Institute of Life Construction, die später unter der Bezeichnung New School of Architecture and Design bekannt wurde und zwischen 1931 und 1936 unter Leitung des Architekten Renshichirō Kawakita in Tokyo tätig war.

Die Tagungsteilnehmer*innen werden den Einfluss erkunden, den das Bauhaus in der Zeit vor und nach dem 2. Weltkrieg (1930er – 1950er Jahre) und darüber hinaus bis heute in Japan und Indien ausgeübt hat. Sie werden verschiedene theoretische und historische Stellungnahmen sowie Reflektionen über ihre Erfahrungen und ihre Arbeit präsentieren und ihre eigene Praxis künstlerischer Interventionen und Performances erweitern. Diese Tagung ist Teil des von der Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar, dem Goethe-Institut und dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin (HKW) gemeinsam organisierten Projekts bauhaus imaginista, das anlässlich der Veranstaltungsreihe 100 Jahre Bauhaus stattfindet. Organisiert wird die Tagung vom Goethe-Institut Tokyo.

Drei zeitgenössische Künstler*innen – Luca Frei (Bildende Kunst), Kyoka (Sound Art) und Tsuyoshi Shirai (Tanz) – werden eigens für diese Veranstaltung auf der Grundlage ihrer Beziehung zu Ideen, Formen und Praktiken des Bauhauses neue Werke schaffen.

Die Veranstaltung wird von der Kunsthistorikerin Helena Čapková und dem Architekten Taku Sakaushi moderiert.

Programm

Ab 8.30
Einlass

9.00-9.45
Empfang und Einleitung
Peter Anders, Rainer Hauswirth, Claudia Perren
Präsentation der bauhaus imaginista Ausstellung Kyoto Marion von Osten / Grant Watson

9.45-10.45
Pan-Asiatische Korrespondenz
Künstlerinnen, Künstler, Kuratoren und Kuratorinnen diskutieren pan-asiatische Kontexte von Bauhauspädagogik in Indien und Japan. Die Diskussion beleuchtet nicht- Europäische Korrespondenz und Netzwerke.

Teilnehmende: Jin Motohashi, Yuko Ikeda, Kodwo Eshun, Anjalika Sagar, Hiromitsu Umemiya, Partha Mitter, Natasha Ginwala, Anshuman Dasgupta.

10.45-11.00
Pause

11.00-12.30
Korrespondenz zwischen Japan und Deutschland im frühen 20en Jahrhundert. Expertinnen und Experten der Geschichte von Bauhaus in Japan vor dem Krieg präsentieren 5-minütige Vorträge um das Publikum mit dem Hintergrundkontext auszustatten. Darauf folgen Diskussionen über die Ideen von Bauhaus und deren Einfluss auf den Bereich Design im Vor- und Nachkriegs Japan. Dabei wird vor allem auf die Karrieren von vier Designern und Designerinnen eingegangen: die Yamawakis, Kawakita und Mizutani. Der Künstler Luca Frei stellt eine Intervention dar, die über Bauhaus und die Werke, die er für die Ausstellung angefertigt hat, reflektiert.

Panel: Hiromitsu Umemiya, Yoshimasa Kaneko, Mariko Takagi, Teruhi Yamano, Kenji Okuyama

12.30-12.45
Klanginstallation "Score x Bauhaus" Kyoka

14:00 – 15:30 Uhr
Das Bauhaus in Japan – Nachkriegsperspektiven

Eine nachmittägliche Roundtable-Diskussion wird die vor der Mittagspause begonnenen Gespräche vertiefen und sich besonders mit der Wirkung des Bauhauses auf das Japan der Nachkriegszeit konzentrieren, wo es auf eine grundlegend veränderte politische Szene und einen entscheidenden gesellschaftlichen Wandel traf. Die Teilnehmer*innen werden aus erster Hand über ihre Erfahrungen mit Lehrprinzipien des Bauhauses sowie ihre Begegnungen mit einigen der Gestalter*innen berichten, die im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen, wie zum Beispiel Mizutani und Yōko Kuwasawa. Der Tänzer Tsuyoshi Shirai wird die Diskussion mit seiner vom Bauhaus inspirierten Performance bereichern, die speziell für das Symposium entsteht.


Vortragende:
Teruhi Yamano; Kenji Okuyama; Yukimasa Okumura

Kommentator*innen:
Hiromitsu Umemiya, Yoshimasa Kaneko, Katsuhiko Yashiro, Makoto Aoyama, Claudia Perren

15:45 – 17:00 Uhr
Queere Transgressionen

Bei der letzten Gesprächsrunde soll es um die Entwicklung von Bauhaus-Ideen in Japan im Laufe der letzten Jahre gehen. Besondere Berücksichtigung sollen Transformationen und Inspirationen finden, die heutige Gestalter*innen und Lehrende als relevant einschätzen. Im Rahmen der Diskussion soll der Versuch unternommen werden, ganz unterschiedliche aus dem Bauhaus-Kontext stammende – spirituelle, radikale und queere – Bezüge nachzuzeichnen, und dies im Vergleich mit dem amerikanischen Bauhaus-Stil der Nachkriegszeit, bei dem Funktionalität und Schlichtheit im Zentrum standen. Im Anschluss an die Diskussion zwischen Vortragenden und Teilnehmer*innen soll der Rahmen für das anwesende Publikum geöffnet werden, die Gesprächsrunde wird dann mit der Schlussperformance von Kyoka und Tsuyoshi Shirai abgeschlossen werden.

Vortragsende:
Makoto Aoyama, Yukimasa Okumura

Kommentator*innen:
Kenji Okuyama, Katsuhiko Yashiro, Natasha Ginwala

Open Discussion
Schlussperformance – Improvisation mit Shirai/Kyoka

17:30 Uhr ENDE

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