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Artikel

Walter Gropius und die chinesische Architektur

Blick in den Hof der Schlafsäle
in: John C. Harkness (Hg.): The Walter Gropius Archive. Volume 4: 1945–1969. The Work of The Architects Collaborative.
Garland Publishing, Inc, New York/London 1991, S. 15.

Der Transfer von architektonischem Wissen aus dem Westen in die Kolonien oder andere Dritte-Welt-Länder umfasst auch den Transfer durch zurückkehrende Studenten. Im Falle Chinas hat die erste Generation der Architekten im 20. Jahrhundert ihre Ausbildung in den USA oder in Europa erhalten. Sie gründeten Architekturschulen nach Modellen die auf dem amerikanischen Beaux-Arts-System basierten. Chinesische Studenten, die erst in den 1930er Jahren zum Studium ins Ausland gingen, blieben bis zum Ende des Krieges dort. Die zweite Generation von Architekten, die während des Krieges in China im Beaux-Arts-Curriculum ihren Bachelor-Abschluss gemacht hatten, kamen für weitere Studien in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in die USA. Ein Teil von ihnen studierte bei ehemaligen Bauhaus-Professoren wie Walter Gropius, Marcel Breuer oder Mies van der Rohe.

Zwischen 1919 und 1933 hatte kein einziger chinesischer Student am Bauhaus in Weimar oder Dessau studiert. Henry HUANG (1915–1975)1 war der erste, der 1937 dem ehemaligen Bauhaus-Direktor Walter Gropius von London nach Harvard folgte. Gropius unterrichtete während seiner 15 Jahre als Professor an der Harvard Graduate School of Design zwischen 1937 und seinem Ruhestand im Jahr 1952 mehrere chinesische Studenten. Neben Henry Huang zum Beispiel WANG Dahong (*1918), CHANG Chao-Kang (1922–1992) oder Ieoh Ming PEI (*1917).2 CHEN Chi-kuan (1921–2007) studierte zwar nicht bei Gropius, aber er arbeitete ab 1951 drei Jahre bei TAC (The Architects Collaborative), das Gropius 1946 gegründet hatte.

Die architektonischen Themen von Walter Gropius in den 1940er Jahren spiegeln sich in den Studienarbeiten seiner Studenten. Er suchte nach Lösungen für vorgefertigte Wohneinheiten. In dieser Zeit hatte das von Mies van der Rohe in Chicago entwickelte architektonische Konzept einen starken Einfluss und fast alle chinesischen Studenten versuchten, die konstruktiven modularen Aspekte in ihr eigenes architektonisches Vokabular zu integrieren. Die Vorfertigung von Modulen auf der Basis der Ideen von Gropius und Mies passte – bewusst oder unbewusst – sehr gut in den Subtext der traditionellen chinesischen Raumordnung und der Vorfertigung im historischen Holzbau.

Der Lion Groove Garden in Suzhou während seiner Erneuerung im Jahr 1923, Foto: Osvald Sirén, Östasiatiska Museet.

I. M. Pei wuchs als Kind in Suzhou, der klassischen Gartenstadt Zentralchinas, auf. Sein Vater arbeitete als Manager der Bank of China und die Familie besaß den Lion Grove Garden (Shizhi Lin), eine riesige private Hofhausanlage mit einem klassischen Garten, der ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert stammt.3 Der Garten besteht aus kunstvollen Steinkompositionen, einem angelegten Teich, mehreren Pavillons und Brücken, und ist von einem überdachten Gang umgeben. Die Gebäude folgen einer modularen, geometrischen Struktur aus vorgefertigten Holzteilen, zu denen der Garten kontrastierend mit seinen organischen Formen steht. Die Erfahrung von Raum und Ambiente in diesem Umfeld prägte seine Intuition für die Qualität der traditionellen Poetik in den räumlichen Arrangements chinesischer Gartenkunst.

Pei kam 1935 zum Studium in die USA und wechselte im Winter 1942 vom Massachusetts Institute of Technology zur Harvard Graduate School of Design, wo er das Arthur W. Wheelwright Travelling Fellowship für das akademische Jahr 1942–43 erhielt. Im März 1946 beendete Pei das Studium mit einer Masterarbeit und einige Monate später begann er in Harvard zu unterrichten. 1948 verließ er die Schule, um der Firma des Immobilienentwicklers William Zeckendorf in New York beizutreten.

Vorfertigung im Hausbau

Anfang der vierziger Jahre beschäftigte sich Gropius sehr intensiv mit städtebaulichen Fragen und dem Wohnungsbau. Ab 1942 arbeitete er auch mit dem deutschen Emigrantenkollegen Konrad Wachsmann (1901–1980) an der Entwicklung von Vorfertigung im Wohnungsbau für die General Panel Cooperation.4 Im Jahr 1943 gab Gropius in seiner Meisterklasse, zu der Wang Dahong, I. M. Pei und Philip Johnson (1906–2005) gehörten, die Aufgabe für „The Post-war Shelter for the Average Family“ aus.5 Die Studenten wurden angeregt über die Vorfertigung und die modulare Architektur nachzudenken. Im Dezember 1943 veröffentlichte die Zeitschrift Pencil Points die Projekte von Wang Dahong und I. M. Pei. Das Thema der Vorfertigung prägte die traditionelle Architektur Chinas, und obwohl es bis dahin noch nicht weiter erforscht war, hat dieser Fakt viele der jungen chinesischen Architekten beschäftigt.6 Pei entwickelte ein modulares Holzbausystem und um die Ableitung des Regenwassers zu kontrollieren, entwarf er ein symmetrisches, schmetterlingsförmiges Dach.7 Für einen weiteren Entwurf, für den zweiten von der American Plywood Corporation gesponserten jährlichen Wettbewerb, erhielt er 1945 eine lobende Erwähnung für den Entwurf eines Fertighauses. Es bestand aus einer gemauerten Kerneinheit und mehreren vorgefertigten mobilen Anbauten, die je nach Bedarf und Finanzlage des Eigentümers flexibel nutzbar sein sollten. Pei trennte die Bedürfnisse in „essential elements“ wie Schlafen, Wohnen, Essen und Arbeiten sowie „luxery elements“ wie Erholung, Hobby, Extraraum usw.8

Mit dem Entwurf für ein Haus mit mehreren Höfen, das im April 1946 in der Zeitschrift Progressive Architecture veröffentlicht wurde, ging I. M. Pei in den Wettbewerb um ein „realistic house for Georgia”.9 Der Wandel von der Vorfertigung – oder besser der Erweiterung der Perspektive – hin zu räumlichen Beziehungen zeigt seine Suche nach Intimität zwischen Innen und Außen. Die Erfahrung der traditionellen Raumgefüge in den Hofhäusern seiner eigenen Kindheit führte vermutlich zu diesem neuen Ansatz für das suburbane Leben in der amerikanischen Nachkriegsstadt. Alle chinesischen Studenten, und so auch Pei, bereiteten sich darauf vor in ihr Heimatland zurückzukehren, und es liegt nahe, dass sie auch nach Lösungen für die chinesische Gesellschaft nach dem Krieg suchten. Das eingeschossige „realistic house for Georgia“ von Pei bestand aus einem Raster, mit dem er private und öffentliche Nutzungen in einer strengen Reihenfolge organisierte. Wie in einem traditionellen chinesischen Hofhaus sind die meisten öffentlichen Nutzungen zur Straße hin angeordnet und die Schlafzimmer mit direktem Zugang zum Garten befinden sich am Ende des Gebäudes. Das Projekt veranschaulicht die Suche nach einer innigen Verbindung zwischen Innen- und Außenräumen und die Kombination der amerikanischen Vorstadtvilla mit der räumlichen Qualität traditioneller chinesischer Wohnhäuser.10 Die erfolgreichen Wettbewerbsbeiträge dokumentieren Pei’s Talent und seinen Willen, mit neuen Konzepten einen Beitrag zum Architekturdiskurs zu leisten.

Raumtradition und kritische Interpretation

Im März 1946 beendete I. M. Pei sein Master-Studium in Harvard mit dem Entwurf eines chinesischen Kunstmuseums in Shanghai. Walter Gropius und Marcel Breuer fungierten als Betreuer. Gropius schrieb später über das Projekt: „It clearly illustrates that an able designer can very well hold on to basic traditional features – which he has found are still alive – without sacrificing a progressive conception of design.“11 Pei forderte Gropius mit seiner Masterarbeit heraus neu über Tradition, oder genauer, über bestimmte Werte in der chinesischen Architektur nachzudenken. In seiner Masterarbeit suche Pei nach der Grundbedeutung traditioneller räumlicher Lösungen und nicht nach „simple imitations of bygone aesthetic forms“, wie Gropius anmerkte.12 Die kahle weiße Wand und der kleine Gartenhof sind die beiden bestimmenden Grundelemente für die Gestaltung des Museums. Nach Aussage von I. M. Pei sagte Marcel Breuer, seine Masterarbeit sei „das wichtigste Projekt, das Harvard je hervorgebracht hat“.13

Die Bedeutung des Projekts für Gropius und Breuer lag offensichtlich im Überdenken der Tradition und ihrer Transformation für zeitgenössische Lösungen. Der Entwurf von Pei für das Museum besteht aus einer einfachen Box, in die rechteckige Höfe eingelassen sind. Diese Patios spiegeln auf abstrakte Weise die traditionelle Anordnung historischer Gärten in Suzhou wider und erinnern an die besondere Erfahrung seiner Kindheit im schon damals berühmten Lion Groove Garden. Die Transparenz zwischen den Patios mit ihren natürlichen Gestaltungen mit Steinen, Vegetation und Wasserbecken ermöglicht eine visuelle Verbindung zwischen den Exponaten im Ausstellungsraum und der Natur. Kulturgeschichte wird in traditioneller chinesischer Manier gezeigt und der Besucher sieht die Artefakte in einer „natürlichen“ Umgebung. Bereits der tiefer liegende Gartenhof am Eingang verhandelt die Beziehung zwischen Innen und Außen. Ein Teil dieses Hofes ist in eine Art langen Vorhof integriert, der mit einem quadratischen Wasserbecken und einigen Skulpturen gestaltet ist. Ein offener Pavillon zeigt den Eingang zum Museum an und deckt zwei Rampen je zu den unteren und oberen Ausstellungsräumen ab. Im Inneren folgen auf einer zentralen Erschließung links und rechts verschiedene Ausstellungshallen und Kabinette für die Präsentation der Kunstwerke. Das natürliche Licht fällt in jede Halle fällt durch ein Gartenpatio ein und ermöglicht gleichzeitig die visuelle Verbindung zwischen Exponaten und Gartenkunst.

Wettbewerbsbeitrag "Realistic House for Georgia" von I. M. Pei, in: Progressive Architecture, April 1946, S. 74.

Layout für das Shanghai Museum aus der Masterarbeit von I. M. Pei an der Harvard Graduate School of Design, 1946. (Farbige Hervorhebung der Hof- und Gartenelemente durch den Autor) 
in: L’Architecture d’aujourd’hui, Februar 1950, S. 24.

Die enge Verbindung zwischen Natur und Kultur ist ein Merkmal der chinesischen Tradition und bezieht sich auf den Literatengarten, wo Kunst den Besuchern immer in Pavillons auf eine intime Weise präsentiert wurde. Die neutrale Komposition architektonischer Räume mit kahlen weißen Wänden und die Transparenz zu den Innenhöfen sollte die Präsentation der Kunst in einer Collage mit der Natur ermöglichen. Die Gärten wurden mit Pools, Brücken, Bäumen und Felsen in einer organischen Anordnung entworfen, die das rationale Raster der Ausstellungsräume kontrastiert. Pei erklärt seine Ideen für die räumliche Qualität des Museums mit der unterschiedlichen Tradition Kunstwerke zu zeigen: „In orientalischen Museen findet man keine großen Skulpturen, Wandteppiche oder Gemälde. Die Kunstwerke sind klein im Format; es gibt Objekte aus Porzellan, Jade oder Elfenbein. Sie brauchen einen anderen architektonischen Rahmen. Daran wollte ich Gropius beweisen, dass man Architektur nicht internationalisieren kann. (...). Ich wollte Gropius beweisen, dass die Gültigkeit des Internationalen Stils ihre Grenzen hat.“14

Obwohl Gropius klare Vorstellungen über Architektur und Geschichte hatte, erlaubte er den Studenten ihren eigenen Weg zu finden. Pei erinnerte sich in einem Interview: „Gropius war ein guter Lehrer, weil er es sich nie gestattete subjektiv zu sein. (...). Er erlaubte es mir, auf eigene Faust etwas Anderes zu tun, um zu zeigen, dass ich recht hatte.“15 Mit dem Glauben an seine eigene Tradition und die Transformation der räumlichen Beziehungen mit neuer Technologie schuf Pei die Grundlage für eine zeitgenössische chinesische Architektur. Aber er erwähnte im selben Interview den Einfluss von Mies van der Rohe auf seinen architektonischen Ansatz. „Ich war von Mies' Ästhetik beeinflusst, nicht von Gropius.“16 In einer perspektivischen Zeichnung zeigte Pei das Innere des Museums mit Ausschnitten aus Fotos traditioneller chinesischer Kunstwerke. Diese Collage bezieht sich auf die Idee der Fotocollage, wie sie Mies van der Rohe seit den 1930er Jahren entwickelt hatte.17 Auch an solchen Darstellungsdetails wird deutlich wie stark Mies auf die jungen Architekten wirkte. Sein eigenes Sommerhaus, das 1952 in Katonah, New York, entstand, verweist ästhetisch klar auf das gerade fertiggestellte Farnsworth House von Mies, obwohl die Konstruktion mit einem Holzgerüst anderen Prinzipien folgt. Der Bau schwebt wie eine Skulptur über der Landschaft, auch wenn ihr Inneres von japanischen Vorbildern inspiriert scheint.18

I. M. Pei, Zeichnung von räumlichen und konstruktiven Ideen für ein Studentenwohnheim, in: L’Architecture d’aujourd’hui, February 1950, S. 29.

Die Perspektivzeichnung für das Museum zeigt das lichtdurchlässige Interieur, wo Besucher Ausstellungen anschauen und natürliche Elemente im Hof sehen können. Für die Perspektivzeichnung übernahm Pei die Grundidee der Fotocollage von Mies van der Rohe,
in: L’Architecture d’aujourd’hui, Februar 1950, S. 24.

Gropius und China

Walter Gropius besuchte Shanghai nie, erhielt aber vom United Board of Christian Colleges in China nach dem Krieg den Auftrag dort eine neue Campusuniversität zu entwerfen. Zwar hatte sich Gropius bis dahin schon öfter mit Bauten für die Bildung befasst, aber noch nie in dieser Dimension. Die Planung ging von 3.000 Studenten aus, von denen zirka 1.000 auf dem Campus wohnen sollten. Dazu kam, dass Gropius’ Wissen über die chinesische Kultur und Architektur höchstens aus Büchern stammte und er erinnerte sich vielleicht an Diskurse mit Studenten wie Wang Dahong oder Henry Huang. Aber es war I. M. Pei, der gerade mit seiner Abschlussarbeit bewiesen hatte, dass er chinesische Traditionen in zeitgenössische Lösungen übersetzen konnte. 1946 gründete Walter Gropius The Architects Collaborative (TAC) und das Universitätsprojekt in Shanghai wurde eines der ersten Projekte der Gruppe. Als Job-Captain bei TAC arbeitete neben Gropius Norman Fletcher (1917–2007). Im Juli 1946 berief man I. M. Pei zum Dozenten für Architektur an die Graduate School of Design in Harvard und Gropius bat ihn, beim Universitätsprojekt in Shanghai als Associate von TAC mitzuarbeiten.

Grundriss und Konstruktionsprinzipien des Holzwochenendhauses von Pei, Kanotha, 1954, in: Architecture d'Aujourd’hui, Nr. 103, Septembre 1962, S. 160.

Es ist auffällig, dass Ende 1946 und Anfang 1947 mehrere Experten für chinesische Gartenkunst am Department of Landscape Architecture in Harvard Vorträge hielten.19 Im Dezember 1946 kam George N. Kates (1895–1990)20 zu drei Vorträgen über die Paläste und Gärten von Peking, Grace M. Boynton21 hielt ebenfalls einen Vortrag über Gärten in Peking und der Landschaftsarchitektur-Alumni Leonard Bartlett zeigte seine Bleistiftskizzen und Aquarelle aus China. Im April 1947 sprach auch der schwedische Kunsthistoriker Osvald Sirén (1879–1966) über chinesische Gartenkunst.22 Diese spezifischen Aktivitäten zum chinesischen Garten in Harvard wurden sicherlich von den dortigen chinesischen Studenten bemerkt – oder vielleicht sogar initiiert – und ganz sicher interessierte sich Gropius für das Thema. Denn in der Gestaltung des Gesamtkonzepts für den Universitätscampus in Shanghai spiegeln sich die traditionellen Merkmale chinesischer Gärten, wie zum Beispiel ein Teich im Zentrum, gedeckte Verbindungswege und eine offene Komposition von rechteckigen Höfen, deutlich wider.

Gropius erwähnte das Projekt im April 1948 gegenüber seinem ehemaligen Mitarbeiter Richard Paulick (1903–1979), der seit 1933 im Exil in Shanghai lebte, und mit dem er nach dem Krieg in brieflichem Kontakt stand, ohne nähere Angaben zu machen. Paulick war zu diesem Zeitpunkt Professor an der St. John’s Universität in Shanghai, deren Architekturabteilung von Henry Huang gegründet worden war.23 Gropius schrieb im April 1948 an Paulick: „We are working, in our office, on a university plan for the Shanghai region which a group of American Christian denominations are sponsoring. I am extremely interested in this project and maybe one day it will bring me to Shanghai. “24 Die St. John’s Universität sollte Teil der neuen Hua Tung Universität werden. Paulick’s Antwortschreiben vom 17. Juli 1948 geht nicht auf die Ankündigung zum Universitätsprojekt von Gropius ein.25

Entwurf für eine chinesische Universität

Die Hua Tung Universität sollte auf dem ehemaligen Flugplatz von Hongqiao (Hung Chiao) in den westlichen Vororten von Shanghai für das United Board of Christian Colleges in China entstehen.26 Bereits 1928 fanden erste Gespräche statt, um sechs christliche Hochschulen unter dem Namen East China Federated University zu vereinen.27 Die Große Depression in den USA und der japanische Angriff auf Shanghai 1932, beziehungsweise der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg zwischen 1937 und 1945, verhinderten die Ausführung von Plänen. Nach vielen Diskussionen initiierten die Soochow-Universität, das Hangchow Christian College und die St. John's University nach dem Krieg ein gemeinsames Projekt für einen neuen Campus in Shanghai, das unter dem Motto stand: „one university, one campus, one administration and one budget“.28 Im Mai 1948 verkündete der Newsletter an der St. John's Universität: „The plans for the union of the three Christian universities Hangchow [Hangzhou], Soochow [Suzhou] and St. John’s have been somewhat modified recently so that each university may be able to preserve it own character and yet by federation be of assistance and benefit to the others.“29

Gropius beschrieb den Entwurf für die Universität wie folgt: „The gap in the artistic development from the traditional master crafts to the present methods of design and building in our period of industrial civilisation has not yet been filled. “30 Er argumentiert, dass zum Beispiel das große Holzdach der traditionellen Architektur aus Kostensicht unerschwinglich sei. „It is certainly not in keeping with the present conception of technical and economical efficiency to spent much additional money in design for sentimental reasons only.“31 Er argumentiert für die Kombination von ökonomisch effizienten zeitgenössischen Bautechniken mit elementaren chinesischen Designelementen: „This design, therefore, aims at a combination of economically efficient contemporary building techniques with basic Chinese design elements so apparent through many centuries in their traditional compositions: balancing volumes and space, land and water, buildings and trees. Every living Chinese is familiar with landscaped courts of varying sizes with a juxtaposition of unperforated wall parts and window walls, with terraces and open galleries, and last not least, with an intimate scale for the size of the buildings and their silhouettes as well as of their architectural subdivisions. […] Avoiding outright imitation of the old style, it tends to express the ancient philosophy of the Chinese people and their love of nature.“32 Gropius’ Argumente sind einfach und dennoch revolutionär. Nach seiner Lesart muss das Neue ökonomisch sein und die historischen Werte ohne Dekoration auf abstrakte Weise widerspiegeln. Dass hier überhaupt die Tradition und die Transformation der räumlichen Qualitäten eine Rolle spielt, geht eindeutig auf den Einfluss von I. M. Pei zurück.

Zonendiagramm für Huatung University in Shanghai von TAC, in: L’Architecture d’aujourd’hui, Februar 1950, S. 26.

Die Gebäude der akademischen Gruppen sind durch überdachte Wege miteinander verbunden, in: Harkness, New York/London 1991, S. 11.

Die städtebauliche Gestaltung des Komplexes für 2.100 männliche und 900 weibliche Studenten wurde in vier Teile um eine angelegte Seenlandschaft konzipiert. Der akademische Campus der Universität lag im Süden und drei Wohnanlagen für Studenten und Mitarbeiter im nördlichen Abschnitt. Jedes der drei Wohnquartiere hatte seine eigene Kapelle: eine für die Methodisten, eine für die Presbyterianer und eine für die Episkopalier. Später erläuterten die Architekten die städtebauliche Gestaltung und das Ausmaß der Gebäude wie folgt: „(…) and with the Chinese propensity for walking, the site plan is composed of low buildings wrapped around an artificial lake.“33

Die Skizzen zeigen den architektonischen Ansatz mit dem überdachten Gang als Grundstrukturelement, um einen Rahmen für den Raum zu schaffen, der mit zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden verbunden und ausgefüllt wurde. Die Pavillons in den Skizzen haben fast Mies’schen Charakter, reduziert auf eine Skelettkonstruktion mit teilweise leicht geneigten und teilweise flachen Dächern. Vor allem in den Skizzen von I. M. Pei erinnert der architektonische Charakter der einzelnen Gebäude an den Campus des Illinois Institute of Technology,34 der von Mies van der Rohe in Chicago entworfen wurde, während sich die städtebauliche Gruppierung in der Landschaft offensichtlich auf abstrahierte Beispiele traditioneller chinesischer Vorbilder um Höfe bezieht. Die oben erwähnte Aussage von Pei, er habe die Ästhetik von Mies mehr als die von Gropius bewundert, ist hier deutlich sichtbar. Später reduzierte Pei seinen Einfluss auf das Projekt mit der Aussage: „Meine Aufgabe war es, die Zeichnungen anzufertigen, aber ich hatte keine wirklich kreative Funktion.“35 Die herausragende räumliche Ordnung der Landschaft und die Skelettstruktur der Gebäude erzählen jedoch eine andere Geschichte. Im Entwurf wird die künstlich angelegte Landschaft von Gehwegen eingerahmt und kleine Höfe werden in die größeren öffentlichen Gebäude wie die Bibliothek integriert.

1948 wechselte I. M. Pei von Harvard zur Firma von William Zeckendorf in New York. Neben seiner Zusammenarbeit mit Zeckendorf arbeitete Pei jedoch offensichtlich weiter freiberuflich für das Hua Tung-Projekt. In einem Brief schrieb er im Oktober 1948 an Gropius: „Several weeks ago, I paid Dr. McMullen of the Chinese Xi’an Colleges a visit. Our Hua Tung-Project was still being exhibited and the plastic cover of the model looks very good indeed. (…) Dr. McMullen told me that he expects to have a board meeting on Hua Tung soon. I promised him to be present at the meeting to explain the project.“36 Gropius antwortete am nächsten Tag, dass TAC noch an weiteren Zeichnungen für ein Treffen mit Robert J. McMullen37 im Dezember in Princeton arbeite.38 Das Projekt endete Ende 1948 oder Anfang 1949, als deutlich wurde, dass der Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und der republikanischen Regierung zugunsten der ersten ausgehen würde. In den frühen 1950er Jahren zwang die chinesische Regierung ausländische Missionseinrichtungen ihre Aktivitäten einzustellen und das Land zu verlassen.

In der westlichen Kritik wurde der signifikante Charakter des Plans für die Hua Tung Universität anerkannt und man äußerte sein Bedauern darüber, dass der Campus nicht gebaut wurde: „The site plan is magnificently worked out in terms of shape and space relations. There is a lightness and airiness about the whole that has a Chinese flavour, and this is achieved without resorting to ancient material or form."39

Die Rolle von I. M. Pei für den Entwurf der Hua Tung Universität lässt sich nicht mehr eindeutig rekonstruieren. Aber es ist klar, dass seine oben genannte Aussage er habe nur eine wenig geholfen, nicht zutrifft. In der Dokumentation sind nur die Perspektivzeichnungen eindeutig mit Namen versehen.40 Demnach hat Pei drei Perspektivzeichnungen (Nr. 4816.17, 4816.21 und 4816.25) beigetragen, Norman Fletcher vier und B. Thomson eine. Da die drei Pei zugeordneten Zeichnungen die Wohnanlage für die Studenten zeigen, kann man annehmen, dass er neben allgemeiner Beratung an diesem Teilbereich gearbeitet hat.41 Die erste Zeichnung (Nr. 4816.17) zeigt skizzenhaft aus der Vogelperspektive die Bauten für das Dormitory der Männer und Frauen in der Landschaft. Die Frauen sind in einer eigenen Baugruppe untergebracht, die mit einer Mauer von der Umgebung abgeschlossen ist.42 Drei Grundrisspläne (4816.18–20) zeigen die landschaftliche Einbindung der Baugruppe. Zwei weitere Grundrisspläne und Ansichten (4816.22–23) zeigen die mit umschlossenen Höfen ausgestattete Wohnanlage für die Frauen. Ein weiterer Plan für eine „large faculty residence“, eine freistehende eingeschossige Villa, ist um einen großen Hof organisiert. Wie bei seinen vorherigen Wettbewerbsbeiträgen für Wohnhäusern sind die öffentlichen Funktionen zum Eingang orientiert, während die privaten Schlafräume im rückwärtigen Teil hinter dem ummauerten Hof untergebracht sind. Zwei Perspektiven (4816.21+25) zeigen die Gänge zwischen den Gemeinschaftswohnanlagen. Die einzige Irritation in den Zeichnungen von I. M. Pei sind die etwas seltsam gekleideten Menschen in den Illustrationen. Einige von ihnen tragen westliche Anzüge, andere traditionelle chinesische Schuhe, Hüte und Roben. Zeigt sich schon hier sein ambivalentes Verhältnis zu traditionellen Formen, die später bei seinen Bauten für das Xiangshan Hotel in Peking und das Suzhou Museum in seiner Heimatstadt für viel Diskussionen sorgte?43

Blick auf den Hof der Schlafsäle, in: Harkness, New York/London 1991, S. 15.

I. M. Pei, Schlafsäle für Frauen und Männer, in: Jacoby: Architectural Drawings, Gert Hatje, Stuttgart 1965.

Der Entwurf für die Hua Tung Universität in Shanghai wäre ohne die Mitarbeit von I. M. Pei niemals in dieser Form entstanden. Pei hatte mit seiner Masterarbeit eine Vorstellung entwickelt, wie sich die Moderne in den regionalen Kontext seiner Heimat integrieren sollte, und Gropius war offensichtlich fasziniert von der Reduktion auf wenige modulare Elemente, die im Kontrast mit der Landschaft ein harmonisches Bild erzeugten, das jenseits des Kitsches lag. Die räumlichen Qualitäten der historischen Anlagen und die von Mies van der Rohe inspirierte Ästhetik, ermöglichten eine radikale Alternative zum üblichen Beaux-Arts-Konzept seiner Kollegen in China. Das Bauhaus und sein pädagogisches Konzept hingegen spielten eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Prägend für den Entwurf und die architektonische Haltung blieb das Verhältnis zur Natur und wie sich diese so gestalten lies, dass die Architektur sich integrierte. Mit dem Museumsentwurf für seine Masterarbeit in Harvard und mit der Mitarbeit für die Hua Tung Universität in Shanghai, suchte Pei nach einer zeitgenössischen Sprache, zur Erneuerung der Architektur seiner Heimat, die in bis ins hohe Alter beschäftigen sollte. Mit der modularen Grundrissorganisation für die Studentenwohnanlage erinnert Pei die historischen Prinzipien der chinesischen Holzarchitektur, der hier mit neuen technischen Mitteln eine angepasste, aber zeitgenössische Lösung sucht.

Für Walter Gropius eröffnete das Projekt in Shanghai einen ersten Blick auf historische Prinzipien einer asiatischen Architektur, bevor er selbst 1954 Japan besuchen konnte und dort von der traditionellen Architektur begeistert war.44 Die Erfahrung von Gropius mit Bildungsbauten hatte über das Bauhaus-Gebäude in Dessau hinaus eine lange Tradition. Zusammen mit Maxwell Fry hatte er in seiner Zeit in Großbritannien an Schulen gearbeitet, die räumliche Organisationsstrukturen in der Landschaft verzahnten. Das 1949 mit TAC entstandene Harvard Graduate Centre in Cambridge verbindet die Baukörper mit überdeckten Gängen und proportioniert damit die Außenräume. Hier kann man Themen erkennen, die möglicherweise von der Arbeit an der Hua Tung Universität beeinflusst waren. Der stärkste Impuls, der von diesem Entwurf ausging, ist jedoch die Auseinandersetzung mit traditionellen Elementen der asiatischen Architektur, in der Gropius Verwandtschaften zu den eigenen Prinzipen einer vorgefertigten, aber variablen Konzeption erkannte, die modular im Raumaufbau und die der Architektur eingesetzt werden konnte. Zusätzlich wurde der Entwurf zur Hua Tung Universität zu einem Referenzprojekt für sein Engagement in Bagdad, wo er seine Anpassung an lokale Kulturen mit diesem Projekt illustrierte. (­…) the Hua Tung University which I think is good evidence for our capability to adapt to the conditions of foreign countries. My own line is particularly to go really after the actual conditions in a region and derive the design expression from the acquired knowledge. “45

PS: Eine Universität in Taiwan

Für I. M. Pei hat sich der Einsatz für die Hua Tung Universität ebenfalls gelohnt. Nicht nur, dass er Gropius überzeugen konnte, sondern er erhielt 1955 auch den Auftrag für eine Universität in Taiwan. In diesem Jahr gründete das United Board of Christian Education aus den USA, die 1951 die Volksrepublik verlassen mussten, in Taichung in Taiwan die Tunghai Universität. I. M. Pei erhielt den Auftrag zum Aufbau des Campus, aber aufgrund seiner formellen Verpflichtung mit Zeckendorf bat er Chen Chi-Kwan und Chang Chao-Kang um Hilfe. Chang hatte in den 1940er Jahren an der St. John's Universität in Shanghai unter dem Gropius-Schüler Henry Huang und Richard Paulick studierte, bevor er seine Studien in den USA fortsetzte, wo er zunächst kurz in Chicago am IIT unter Buckminster Fuller lernte. Später wechselte Chang zum MIT in Cambridge, schloss aber 1950 mit einer Masterarbeit an der Harvard Graduate School of Design bei Walter Gropius ab und arbeitet danach für TAC.46 Chen Chi-Kwan studierte zwischen 1940 und 1944 an der Central University in der Kriegshauptstadt Chongqing in der Provinz Sichuan. Nach dem Krieg arbeitete er kurz in Nanjing, bevor er 1948 in die USA ging, wo er sein Studium an der University of Illinois in Urbana fortsetzte. 1951 zog er nach Boston, um im TAC-Büro zu arbeiten und im Jahr 1952 empfahl ihn Gropius als Dozent für das MIT in Cambridge.47

Als das Tunghai-Projekt 1954 begann, gingen Chen und Chang aus den USA nach Taiwan um die Universität umzusetzen. Vor dem Hintergrund des oben beschriebenen Projektes für die Hua Tung Universität in Shanghai wird deutlich, wie stark die Entwurfshaltung für die Tunghai Universität sich an den dort gefundenen Prinzipien anlehnte.

Der Campus der Tunghai University in Taiwan in einer Zeichnung von Chen Chi-kuan. Vorn, die Luce-Kapelle und dahinter die unterschiedlichen Fakultätsgebäude, die um einen Hof herum organisiert wurden und durch überdachte Wege miteinander verbunden wurden. 
in: Jacoby, Stuttgart 1965.

●Footnotes
  • 1 Wenn die chinesischen Familiennamen zum ersten Mal erscheinen verwende ich Großbuchstaben, weil einige den Familiennamen nach chinesischer Sitte zuerst und den Vornamen danach schrieben, andere änderten die Reihenfolge in das westliche System und schrieben den Familiennamen an zweiter Stelle. 1941 eröffnete Henry HUANG eine Architekturschule an der St. John’s Universität in Shanghai. Sein Unterricht basierte auf dem Lehrplan von Harvard und einigen Elementen des Bauhauses. Er beschäftigte unter anderem den deutschen Flüchtling Richard Paulick, einen ehemaligen Mitarbeiter von Walter Gropius in Berlin. Ich werde den Architekturunterricht in China in diesem Aufsatz nicht behandeln. Für Hinweise dazu siehe Eduard Kögel: Zwei Poelzigschüler in der Emigration. Rudolf Hamburger und Richard Paulick zwischen Shanghai und Ost-Berlin (1930–1955), (Dissertation Bauhaus Universität Weimar, e-paper 2007: http://e-pub.uni-weimar.de/volltexte/2007/991/, Zugang 18.2.2018).
  • 2 Es gab weitere chinesische Studenten in Harvard. Zum Beispiel studierte Eileen LOO, ab 1942 die Frau von I.M. Pei, am Department of Landscape Architecture in Harvard. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten zu den chinesischen Studenten in Harvard LI Ying, die von der St. John's Universität in Shanghai kam oder Andrew KWO Tun Tsung, der seinen Bachelor an der Tongji-Universität in Chongqing gemacht hatte.
  • 3 Heute ist der Lion Groove Garden öffentlich zugänglich.
  • 4 Zum Beispiel Walter Gropius, Konrad Wachsmann: ‘House in Industry’, in arts & architecture 11/1947: S. 28­–38. Er arbeitete mit Wachsmann am Packaged Housing System. Siehe Anthony Alofsin: The struggle for modernism, architecture, landscape architecture and city planning at Harvard. W.W. Norton & Company Inc., New York, 2002: S. 181. Oder Barry Bergdoll, Peter Christensen, Ron Broadhurst (Hrsg.): Home Delivery: Fabricating the Modern Dwelling, Packaged House/General Panel System–Walter Gropius and Konrad Wachsmann, Museum of Modern Art, New York, 2008: S. 80–85.
  • 5 Für Pei und Johnson siehe Alofsin: 2002: S. 184–186.
  • 6 Die Erforschung der traditionellen Architektur und ihrer modularen Systeme begann 1931 mit Liang Sicheng, Lin Hiuying und Liu Dunzhen in der Society for Research in Chinese Architecture.
  • 7 Alofsin, 2002, S. 185. Alofsin zeigt im Buch Wang’s Perspektivzeichnung um das Projekt von Pei zu illustrieren. Siehe auch Christian Bjone: First House, The grid the figure and the void, John Wiley & Sons, Chichester 2002: S. 150–161, und für das Projekt in Pencil Points: "Varity of Houses from Identical Prefabricated Units of General Panel Corp., Designed by Harvard Students," in: New Pencil Points, Dezember 1943, S. 81.
  • 8 "5 designs, I.M. Pei," in arts & architecture, April 1945, o. S.
  • 9 "A Realistic House for Georgia", in: Progressive Architecture, April 1946, S. 74.
  • 10 Bjone, 2002, S. 152.
  • 11 Walter Gropius, „Chinese Art Museum in Shanghai," in: L’Architecture d’aujourd’hui, Februar 1950, S. 24–25.
  • 12 Ebenda.
  • 13 Gero von Boehm, I.M. Pei. Light is the Key, Prestel Verlag, München/London/New York 2000, S. 43.
  • 14 Ulf Meyer, „I.M. Pei, architect (Interview)", in: Kai Vöckler & Dirk Luckow (Hrsg.): Peking, Shanghai, Shenzhen, Campus Verlag, Frankfurt/New York 2000, S. 126.
  • 15 Meyer, 2000, S. 127.
  • 16 Ebenda.
  • 17 Siehe Andres Lepik, "Mies und die Fotomontage 1910–1938", in: Terence Riley & Barry Bergdoll (Hrsg.): Mies in Berlin. Die Berliner Jahre 1907–1938, Ausstellungskatalog, New York/Berlin/Barcelona 2001, S. 324–329.
  • 18 Bjone, 2002, S. 154. Das Farnsworth House ist ein Ein-Raum-Gebäude mit einem funktionalen Kernelement, während das Pei-Sommerhaus über zwei separate Schlafzimmer verfügt. Die Konstruktion am Farnsworth-Haus ist aus Stahl mit den Balken auf der Außenseite und die Glasbox des Hauses ist vom Boden abgehoben. Im Pei-Sommerhaus gehen die Holzbalken der Konstruktion durch den Innenraum und werden verwendet, um die Glasbox zu heben.
  • 19 Zuvor und danach gab es keine Vorlesungen über Chinesische Themen in Harvard.
  • 20 Kates war zwischen 1933 und 1941 in Peking und publizierte 1948 ein Buch über Chinese Household Furniture.
  • 21 Boynton, eine langjährige Missionarin und Fakultätsmitglied der Yenching Universität, veröffentlichte 1952 einen Roman (The River Garden of Pure Response), der in einem chinesischen Garten spielt. Zuvor hatte sie Texte über Gartenkunst in China übersetzt. Siehe „Notes on the Origin of the Chinese Private Gardens", translated and condensed by Grace M. Boynton, in: China Journal 23, Juli 1935, S. 17–22.
  • 22 Siren hatte Anfang der 1920er Jahre den Lion Groove Garden, in dem I.M. Pei aufwuchs, fotografisch dokumentiert. Zwei Jahre später publizierte er zur chinesischen Gartenkunst ein monumentales Buch. Osvald Sirén: Gardens of China, The Ronald Press Company, New York 1949.
  • 23 Ob Henry Huang in dieser Zeit mit Gropius in Kontakt stand, lässt sich aus den zugänglichen Materialien nicht erschließen.
  • 24 Brief, 7.4.1948, Gropius an Paulick. Nachlass Richard Paulick, Privatarchiv Paulick.
  • 25 Brief, 17.7.1948, Paulick an Gropius. Nachlass Richard Paulick, Privatarchiv Paulick.
  • 26 Die 13 amerikanischen Missionsuniversitäten in China organisierten sich 1925 unter dem Namen Committee for Christian Colleges in China. 1932 änderten sie den Namen in Associated Board for Christian Colleges in China und nach dem Krieg 1945 änderte sich der Name erneut in United Board for Christian Colleges in China. Siehe Archie R. Croach, et al.: Christianity in China, M.E. Sharpe, Amok, New York, London 1989, S. 52.
  • 27 Zu den sechs christlichen Universitäten gehörten die Nanking University, Ginling University (beide in Nanjing), Soochow University (in Suzhou), Hangchow University (in Hangzhou), Shanghai University und St. John’s University (beide in Shanghai), siehe Mary Lamberton: St. John’s University in Shanghai, 1879–1951, United Board for Christian Colleges in China, New York 1955, S. 149.
  • 28 Minutes of the meeting St. John’s University Committee, United Board for Christian Colleges in China, September 10th, 1948. In Archives of the United Board for Christian Higher Education in Asia, Box 239, RG011-239-3937, (online http://drs.library.yale.edu/  accessed 28.2.2018).
  • 29 Ebenda, S. 232.
  • 30 Walter Gropius: „Université de Hua-Tung", in: L’Architecture d’aujourd’hui, Februar 1950, S. 28.
  • 31 Ebenda.
  • 32 Ebenda, S. 29.
  • 33 John C. Harkness (ed.): The Walter Gropius Archive. Volume 4: 1945–1969. The Work of The Architects Collaborative. Garland Publishing, Inc., New York/London 1991, S. 1.
  • 34 Das IIT entstand 1940 durch die Fusion des Armor Institute of Technology (wo Mies lehrte) und dem Lewis Institute.
  • 35 Meyer, 2000, S. 123.
  • 36 Brief von I.M. Pei an Walter Gropius, 27. Oktober 1948, Bauhaus Archiv Berlin.
  • 37 McMullen war der Executive Secretary of the United Board of Christian Colleges in China in New York.
  • 38 Brief von Walter Gropius an I.M. Pei, 28. Oktober 1948, Bauhaus Archiv Berlin.
  • 39 Winston Weisman: „Group practice", in: The Architectural Review, September 1953, S. 150.
  • 40 Harkness, 1991, S. 11–15.
  • 41 Eine weitere Grundrisszeichnung ist ebenfalls mit seinem Namen versehen. Siehe Helmut Jacoby: Architectural Drawings, Gert Hatje, Stuttgart 1965.
  • 42 Eine Idee, die so später bei der Tunghai Universität umgesetzt wurde.
  • 43 Mitte der siebziger Jahren erhielt er den Auftrag für das Xiangshan Hotel in Peking und 2006 wurde das Suzhou-Museum in seiner Heimatstadt Suzhou eröffnet. Beider Bauten provozierten Diskussionen über die Frage einer angepassten Architektur.
  • 44 Siehe z.B. Yasuhiro Ishimoto, Walter Gropius, Kenzo Tange: Katsura: Tradition and Creation in Japanese Architecture, Yale University Press, New Haven 1960.
  • 45 Aus einem Brief von Walter Gropius an Ellen und Nazwar Jawdat, 9.9.1954, zitiert nach Regina Göckede: Spätkoloniale Moderne: Le Corbusier, Ernst May, Frank Lloyd Wright, The Architects Collaborative und die Globalisierung der Architekturmoderne, Birkhäuser, Basel 2016, S. 392.
  • 46 Chao-Kang Chang, Werner Blaser: China. Tao in Architecture, Birkhäuser, Basel 1987, Schutzumschlag. Formal war Pei bei Webb & Knapp, der Firma von Zeckendorf, tätig, bis er 1955 seine eigene Firma I. M. Pei and Associates eröffnete. Das Universitätsprojekt in Taiwan war neben seinem formellen Engagement mit Webb & Knapp sein erstes unabhängiges Projekt.
  • 47 Sein Name ist als Teammitglied bei TAC mit der falschen Schreibweise (Chi Quan CHEN) für das Projekt für die Northeast Elementary School in Waltham, Massachusetts im Jahr 1953 aufgeführt. Siehe John C. Harkness: The Walter Gropius Archive. Volume 4: 1945–1969. The Work of the Architects Collaborative, Garland Publishing Inc, New York, London 1991, S. 108.
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