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bauhaus imaginista

bauhaus imaginista eröffnet eine Perspektive auf eine transnationale Geschichte modernistischer Designpolitik, die geprägt ist von Kriegen und Diktaturen, bündnisfreier Weltpolitik und Kaltem Krieg, von Unabhängigkeitsbewegungen und uneingeschränkten Modernisierungs- versprechen. In einer Reihe von ortspezifisch entwickelten Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen konnte bauhaus imaginista von 2018–2020 zeigen, in welchem Maß und unter welchen lokalen Bedingungen die Bauhaus­Pädagogik und neue Gestaltungsideen aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Die weltweite Zirkulation von Bauhaus-Konzepten wird dabei nicht als eine Geschichte von Wirkung und Einfluss, sondern als Teil von internationalen Verflechtungen und Austauschbeziehungen verstanden, die vor und auch nach 1933 wirksam waren.

Im Jahr 2018 wurde dieser kuratorische Ansatz in die Praxis übersetzt. bauhaus imaginista realisierte mit internationalen Partnerinstitutionen, dem Le Cube – independent art room, Rabat, dem China Design Museum, Hangzhou, dem Goethe-Institut, New York, dem National Museum of Modern Art, Kyoto, dem Garage Museum of Contemporary Art, Moskau, dem SESC Pompéia, São Paulo, den Universitäten von Ile-Ife und Lagos, dem Kiran Nadar Museum, Neu-Delhi und den Goethe-Instituten an den verschiedenen Orten eine Serie von ortspezifischen Ausstellungen und Veranstaltungen. Diese Veranstaltungen sind unter dem Link Events dokumentiert.

Mit diesem begleitenden Online-Journal verfolgte bauhaus imaginista seit 2018 einerseits den Prozess des Gesamtprojektes und seiner Ergebnisse, und macht neue Erkenntnisse zum transkulturellen Austausch im 20. Jahrhundert aus der Perspektive internationaler Korrespondenzen, Begegnungen, Resonanzen und Übersetzungen zugänglich. Das mehrjährigen Forschungsprojekt wurde seit 2016 in Zusammenarbeit mit internationalen Forscher*innen, Kurator*innen und Filmschaffenden und bildenden Künstler*innen aus Algerien, Brasilien, China, Deutschland, Indien, Japan, Marokko, Nigeria, Russland, dem Vereinigten Königreich und den USA entwickelt. Ihre Beiträge sind in den vier Editionen des Online-Journal zu finden ebenso wie neue Forschungen, die in den zahlreichen Veranstaltungen von Hangzhou bis Berlin, von São Paulo bis Bern in den letzten Jahren zusammenkamen. Darüber hinaus wurden Autor*innen eingeladen, Artikel zu veröffentlichen, die die Verflechtungsgeschichten der Bauhaus-Moderne aus anderen Perspektiven bearbeiten, um die gesammelten Erkenntnisse des Gesamtprojektes zu erweitern.

Das Online-Journal ist in vier Editionen unterteilt. Es greift damit die Kapitelstruktur der Ausstellungen und Veranstaltungen 2018–2020 auf. Jedes einzelne Kapitel geht von einem zentralen Bauhaus-Gegenstand. Die vier Gegenstände eint ihre Thesenhaftigkeit: Es sind für die Edition Corresponding With das Bauhaus-Manifest aus dem Jahr 1919 von Walter Gropius, für die Edition Learning From die Zeichnung Teppich aus dem Jahr 1927 von Paul Klee, die Edition Moving Away geht von Marcel Breuers Collage ein bauhaus-film. fünf jahre lang von 1926 aus und die letzte Edition Still Undead bezieht sich auf die Reflektorischen Farblichtspiele aus dem Jahr 1922 von Kurt Schwerdtfeger. Mit dieser kuratorischen Setzung war es möglich, die Rezeption des Bauhauses im 20. Jahrhundert zu untersuchen, ortsspezifische Fragen zu verfolgen, aber auch transhistorische Themen und Inhalte aus einer zeitgenössischen Perspektive zu verhandeln.